Die 39 Stufen

(John Buchan & Alfred Hitchcock)

+++ eingeladen zum Bensheimer Theater Festival "Woche junger Schauspieler" 2009
Regie

Caroline Stolz

Bühne und Kostüm

Lorena Díaz Stephens &

Jan Hendrik Neidert

Dramaturgie

Carola Hannusch

Musik

Alexander Traxel

Mit

Wolfgang Böhm / Franziska Werner / Florian Thunemann / Sebastian Muskalla

Premiere

09. November 2008

Hessisches Staatstheater Wiesbaden

 

Caroline Stolz karikiert mit ihrer Inszenierung von Hitchcocks "Die 39 Stufen" Film und Kino. In der Wartburg feiert ihre fantasievoll umgesetzte Krimi-Klamotte jetzt eine umjubelte Premiere. Vier Spieler - das heißt bei Stolz: eine Herausforderung in mindestens 39 im Abspann akribisch aufgezählten Rollen. Da locken anspruchsvolle Aufgaben wie die Darstellung einer "Felsspalte", eines "Brückenpfeilers" oder auch von Ekelschlamm. (...) Die Bühne gleicht einer schlichten Kino-Leinwand, alle Darsteller sehen mit Make Up, Kleidung und wenigen, passenden Requisiten aus wie dem frühen Film in Schwarz-Weiß entsprungen (Bühnenbild und Kostüme: Lorena Díaz Stephens, Jan Hendrik Neidert). Eine schöne Idee, "Maestro" Alexander Traxel wie in alten Zeiten ans Klavier zu setzen, um die "Filmmusik" zu gestalten - und immer, wenn Hannay einer Frau begegnet, das musikalische Thema von "Love Story" anzustimmen. Und Frauen tauchen reichlich auf. Alle in Gestalt von der umwerfenden Franziska Werner, die aus jeder eine völlig eigene Figur macht - grandios ihre schüchtern-linkische, schottische Bauersfrau. Auch die anderen Mitspieler sind köstlich: Florian Thunemann und Sebastian Muskalla schlüpfen beherzt in ihre Rollen und verkörpern sie mit nahezu artistischen, illusionistischen Fähigkeiten. Und der in "Männerhort" begeisternde Wolfgang Böhm als Richard auf der Flucht - eine Paraderolle.

WIESBADENER KURIER/TAGBLATT, 11.11.2008

 

 

Was der "Maestro" Alexander Traxel zwei Stunden lang in schönster Barpiano-Manier zum Besten gibt, ist ein geradezu durchtrieben anspielungsreicher Ritt durch die Filmgeschichte. (...) gespielt in einer Präzision, für die man Florian Thunemann, Sebastian Muskalla, Franziska Werner und vor allem Wolfgang Böhm als rastlose ]Hauptfigur Richard Hannay nur bewundern kann. Der garniert seine kriminalistische Hatz mit so zauberhaft altmodischen Ausrufen wie "Donnerlittchen!" - das kann man den vieren für ihre grandiose Leistung nur zurückgeben. In der raffiniert-schlichten Ausstattung von Lorena Díaz Stephens und Jan Hendrik Neidert wird keine Anspielung ausgelassen, die sich unterbringen ließ - die Zuschauer haben ihren Spaß am Entdecken. (...) Ein Feuerwerk an Slapstick und Einfällen, das köstlich anzusehen ist und viel Applaus bekommt.

FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG, 11.11.2008
 


Die Improvisationen der schauspielernden Handwerker im "Sommernachtstraum" sind nichts gegen das Feuerwerk, das die vier unter der Regie von Caroline Stolz mit minimalem technischen Aufwand und maximaler Lust am Spiel entzünden. Ohne Windmaschine, obwohl es häufig stürmt. Mit Pappkulissen, einer gediegenen Stummfilmkostümierung (Ausstattung: Lorena Díaz Stephens und Jan Hendrik Neidert), einem nicht stummen Pianisten (Alexander Traxel), Pantomime, Slapstick, Songs, Split Screen, Gruselsequenzen, einer Actionszene auf einem fahrenden Zug, gelegentlich schlechter Synchronisation, Tonstörungen an der Schlüsselstelle, Anspielungen auf andere Filmklassiker (Die Vögel!).(...)"Haben Sie je von den 39 Stufen gehört?" - "Hört sich nach einem Haarschnitt an." Wir zum Beispiel fielen vor Lachen unter den Sitz.

FRANKFURTER RUNDSCHAU, 13.11.2008